Alptour «Gadastatt – Stafelti – Leisalp – Ifang Schloss»

«Z Alp ga- einst und heute»: Jahr für Jahr ziehen Älpler und Älplerinnen mit den Herden um den 20. Juni herum in die raue Bergwelt hinauf. Dann kehrt auch auf Valser Alpen das Leben für drei Monate wieder zurück.

Termin                       14. August 2022
Treffpunkt                  9.30 Uhr Talstation Gondelbahn
Dauer                          Wanderzeit 3 Stunden, ca. 4 Stunden unterwegs
Kulturführer/in           Die Tour wird geführt und begleitet
Sprache                      Deutsch
Zielgruppe                  alle Publikumsgruppen, Erwachsene und Kinder, leichte Wanderung
Teilnehmerzahl          Minimum 15
Kosten                        –
Route                          Bergstation Gadastatt – Stafelti – Leisalpstafel- Ifang Schloss
Rückfahrt                   mit Wanderbus ab Leisalp
Länge                         3 km
Schwierigkeiten         Keine
Besonderes                Kleine Überraschung im Leisalpstafel
Anmeldung/               BIs 11. August im Tourismusbüro Visit Vals
Auskunft                    +41 (0) 81 920 70 70, visitvals@vals.ch

 

Beschreibung

«Die Alp ist ein Grenzgebiet. Hier unsere Weiden, da eure. Dazwischen Zäune. Bäche. Felsen. Abgründe. Grenzen überall. Und wo sie fehlen, da schaffen wir sie: mit Steinen oder mit Schnüren, manchmal auch nur mit einem Schrei. Ausserhalb der Grenze ist die weite Welt. Innerhalb herrschen unsere Gesetze, und sei es nur auf ein paar Quadratmetern. Die Grenze ist nicht nur eine Einschränkung, sie ist auch ein Stück Geborgenheit für Mensch und Tier. Hegen und pflegen heisst es, da ist der Hag schon im Wort enthalten. Tiere halten bedeutet Grenzen setzen. Äussere und innere. Wer auf der Alp an keine äusseren Grenzen stösst, der stösst wahrscheinlich an die inneren. Ganz ohne Grenzerfahrung kommt auf 2000 Metern keiner davon, jedenfalls nicht drei Monate lang.» (Zum Geleit in: Zalp 29/2018)

Bis anfangs 20. Jahrhundert wurde die Leisalp im System der Einzelsennerei bewirtschaftet. Zu jener Zeit hatte jeder Bauer auf der Alp seine eigene „Rustig“ (Stupli, Hütte, Stall), also mit dem Haus im Dorf und demjenigen im Maiensäss drei Wohnungen mindestens. Solche «Alprustigen» sind entweder einzeln über die ganze Alp verteilt oder dann zu Alpdörfchen (Stafelti) vereinigt. Die Alpdörfchen sind in der Zwischenzeit verschwunden, Spuren dieser „Alprustigen“ aber sind auf der Leisalp heute noch vorhanden.
Anfangs 20. Jahrhundert (1907) beschlossen die Bauern der Leisalp, die Milchverarbeitung genossenschaftlich zu regeln. In den Jahren 1908/1910 erfolgte der Bau der Sennerei und der sechs Ställe für die Milchkühe.
Parallel zum Bau von Hütte und Ställen hatte die Neubestimmung der Weiderechte zu erfolgen. Die Einteilung der ganzen Alpweide in Stösse musste gut überlegt sein.
Für die genossenschaftlich geregelte Alpsennerei brauchte (braucht) es tüchtige Sennen und Hirten.
Grosse Veränderungen in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts:
Die Melkmaschine hielt Einzug auf der Leisalp.
Es wurden keine Ziege mehr gesömmert.
Eine Lawine zerstörte die Sennerei stark. Beim Wiederaufbau wurde auf die Sennereieinrichtung verzichtet; die Milch wurde fortan durch eine Pipeline ins Dorf geführt und dort verarbeitet. Seit 2021 werden Milchkühe im Melkstand gemolken.
Die Herden sind im Verlaufe der Zeit bunter geworden. Man ist geneigt zu sagen: Je eigenwilliger und individueller die Bauern, desto farbiger die Herden im Sommer auf der Leisalp! Auf der Leisalp gibt es Milch – und Mutterkühe; Kühe ohne Hörner, es hat aber noch welche mit Hörnern. Es gibt fast keine rein braunen Milchkühe mehr; es gibt Brownswiss, die in verschiedenen Brauntönen auftreten – von ganz hell bis ganz dunkel. Mutterkühe sömmern auf der Leisalp in verschiedenen Rassen: Limousin, Angus, Pinzgauer, Grauvieh, Mischrassen. Auch die Galtviehherden sind dementsprechend farbiger geworden: Rinder, Mesen, Kälber, Ochsen, Galtkühe …

Der Umgang mit der Lawinengefahr und die Technik der Trockensteinmauern werden 2018 als „immaterielles Kulturerbe“ in die Liste der UNESCO aufgenommen. Die Gemeinde Vals hat in dieser Hinsicht einschlägige Entwicklungen vorzuweisen, deren Spuren in der Kulturlandschaft der Leisalp deutlich sichtbar sind.