
Jubiläumsanlass mit festlichem Programm – Besichtigung des von Trockenmauern gesäumten Viehtriebs «Inner Peil – Hofli» sowie Hirtenmelodien aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen.
Jubiläumsanlass mit festlichem Programm – Besichtigung des von Trockenmauern gesäumten Viehtriebs «Inner Peil – Hofli» sowie Hirtenmelodien aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen.

10:15 Uhr Treffpunkt Dorfplatz Vals
Fahrt mit dem Valserbus ins Peiltal
10:30 Uhr Peil beim Kiosk
Begrüssung und Grusswort der Gemeindepräsidentin Rita Schmid
11:00 Uhr Viehtrieb «Inner Peil – Hofli»
Begehung und Besichtigung mit Projektleiter Pius Walker
anschliessend Hirtenmelodien im «Hofli»
mit Elisabeth Sulser auf traditionellen Instrumenten aus verschiedenen Kulturkreisen
12:30 Uhr Mittagessen
Traditionelles Hirten-Menü beim Kiosk Peil (bei schlechtem Wetter im Dorf)
15:00 Uhr Rückfahrt mit dem Valserbus
Verabschiedung auf dem Dorfplatz
Veranstalter: Gandahus Vereinigung Vals
20 Jahre Erhaltungsprojekte Trockensteinmauern prägen die Valser Kultur- und Weidelandschaft seit Jahrhunderten. Im folgenden Text erhalten Sie einen Einblick in ihre Bedeutung für die alpine Viehwirtschaft, die Geschichte der Erhaltungsprojekte und ihre Rolle als Kulturgut, Lebensraum und Identitätsanker.
Grenzzeichen, Kulturgut und Identitätsanker.
Die sichtbare Gestalt der Valser Kulturlandschaft mit ihren zahlreichen Ställen, Gebäuden und Trockensteinmauern zeugt von einer jahrhundertealten Vieh- und Weidewirtschaft.
Die Valser Bauernfamilien nutzten das Wies- und Weideland im Rhythmus der Natur. Im Frühling zog man bergwärts, im Herbst talwärts. Der Sommer wurde auf den Alpen verbracht, der Winter in den Aussenställen. Oft war die ganze Familie während des Jahres unterwegs – mit dem Vieh oder für das Vieh.
Wo natürliche Grenzen fehlten, wurden Trockensteinmauern errichtet. Sie trennten Heuwiesen von Allmenden, begrenzten Viehtriebe im Tal und dienten auf den Alpen als Einfriedungen für das Vieh.
Bis heute prägen die Trockenmauern das Erscheinungsbild der Valser Kultur- und Weidelandschaft. Weil sie nicht mehr neu gebaut werden und nur langsam zerfallen, stehen sie für Beständigkeit in einer sich wandelnden Landschaft.
Initiativen zur Erhaltung der Trockenmauern
Die Gandahus-Vereinigung, die Kulturstiftung Vals und verschiedene Alpgenossenschaften – insbesondere Leis und Ampervreila – haben sich in den vergangenen zwanzig Jahren mit grossem Engagement für den Erhalt der Trockensteinmauern eingesetzt.
Die Erhaltungsprojekte von 2006 – 2026 wurden ermöglicht durch die Unterstützung von Gemeinde, Kanton und Bund sowie verschiedener Stiftungen und Fonds, insbesondere des Valser Fonds, des Fonds Landschaft Schweiz, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, des Karl Schopfer-Fonds und der Dr. Kurt L. Meyer-Stiftung. Die fachliche Begleitung erfolgte insbesondere durch Pius Walker und Andreas Egger.
| Sanierte Trockensteinmauern | Trägerschaft |
| Leis – Viehtrieb (Gassa–Gädemli) | Gandahus-Vereinigung |
| Treua – Viehtrieb | Gandahus-Vereinigung |
| Zorts – Heuwiesen / Allmende | Gandahus-Vereinigung |
| Gufer – Heuwiesen / Alpweide | Grundeigentümer |
| Leisalp – Efang Schloss | Gandahus-Vereinigung |
| Leisalp – Efang Brand (Schlafbüel) | Alpgenossenschaft Leis |
| Alp Ampervreila – Heuwiesen / Weide | Alpgenossenschaft Ampervreila |
| Inner Peil – Hofli – Viehtrieb Alp Selva | Gandahus-Vereinigun |
| Lampertschalp / Soreda – Viehtrieb | Parc Adula, Gde. Vals & Blenio |
Zukunft der Trockensteinmauern
Im Valsertal bestehen weiterhin bedeutende Trockensteinmauern entlang von Viehtrieben, bei Heuwiesen und auf Alpen, die langfristig erhalten werden sollen. Mögliche zukünftige Projekte betreffen unter anderem die Gebiete Ausser- und Innercamp, Rufena, Valé sowie verschiedene «Efäng» auf den Alpen.
Mit der Aufnahme des Trockenmauerbaus in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit im Jahr 2018 werden das traditionelle Wissen und die lokalen Bautechniken gewürdigt. Die Konvention hebt hervor, dass Gemeinschaften, Genossenschaften, Vereine und Einzelpersonen eine wichtige Rolle bei der Bewahrung und Pflege des immateriellen Kulturerbes spielen.
Neben ihrem kulturhistorischen Wert sind Trockensteinmauern auch wichtige Lebensräume für Pflanzen, Insekten, Reptilien und Kleinsäuger. Sie verbinden Kultur- und Naturlandschaft auf besondere Weise.
Die Kultur- und Weidelandschaft im Valsertal wird bis heute als besonderer Wert geschätzt. Trockensteinmauern verleihen ihr einen unverwechselbaren Charakter und erzählen von der Arbeit früherer Generationen. Ihre Erhaltung bedeutet deshalb weit mehr als die Sicherung historischer Bauwerke: Sie bewahrt Erinnerungen, Wissen und Identität für kommende Generationen.
Zukünftige Projekte
Weitere Erhaltungsprojekte sind unter anderem in den Gebieten Ausser- und Innercamp, Rufena, Valé sowie bei verschiedenen Alp-Efäng denkbar.
Unterstützt von
Gemeinde, Kanton und Bund sowie verschiedene Stiftungen und Fonds ermöglichten die Umsetzung der Erhaltungsprojekte.


